Bleib in Verbindung

Vom Keller in den Club

Vom Keller in den Club

Alexander Bartsch ist Familienmensch, Geschäftsmann und Balinger. Ab und an raucht er. Zigarren. Weil es viel mehr als eine Angewohnheit ist, packt ihn die Hoffnung: Vielleicht gibt es noch mehr Zigarren-Liebhaber #imländle? Alex drückt seinen Stumpen aus und kommt aus seinem Keller raus. Er will sie finden, die Gleichgesinnten.

An einem Herbstabend im Jahr 2012 sitze ich in meinem Keller und gönne mir eine Zigarre. Sie schmeckt fantastisch. Ich genieße das Aroma und meine kleine Auszeit. Draußen tobt der Wind, drinnen qualmen der Tabak und mein Kopf. Ob es #imländle Männer wie mich gibt? Solche, die in ihrem dunklen Keller sitzen und stilvoll an ihrem Stumpen ziehen? Gedankenverloren, dem Alleinsein verfallen?

Einsam bin ich nicht, aber allein.

Die Ruhe fühlt sich nicht nach Einsamkeit an, aber es ist trotzdem ein Jammer. Männer sind Rudeltiere, lieben den Teamgedanken und die Gemeinschaft. Warum sonst braucht eine Fußballmannschaft elf Spieler? Einen Bistrostammtisch mit nur einem Stuhl habe ich ebenfalls noch nie gesehen. Würden wir uns finden, könnten wir fachsimplen, cutten, anzünden, rauchen und unsere gemeinsame Leidenschaft entzünden. Der Gedanke lässt mich nicht mehr los. Ich recherchiere. Wie es scheint, gibt es #imländle bisher keinen Club, Verein oder Zusammenschluss, dem ich beitreten kann. Ein Jammer.

Jammern mag ich nicht, ich will im Rudel qualmen.

Selbst ist der Mann, denke ich, und wenige Tage später packt mich der Mut. Ich traue mich, in diesem Fall ohne Ring, und erstelle eine Facebookseite. Wollen wir doch mal sehen, wo ihr Gleichgesinnten euch versteckt habt! Ich gebe zu, das Hintertürchen lasse ich einen Spalt offen. Wenn niemand reagiert, nehme ich das Baby wieder vom Netz und setze mich zurück in meinen Keller.

Jetzt bin ich „wir“.

Einige Tage später die Erleichterung. Es gibt sie wirklich. Einer nach dem anderen likt die Seite und wir wachsen binnen kürzester Zeit auf ein beschauliches Grüppchen. Jetzt bin ich „wir“. Und wir lassen Taten folgen. Treffen uns von Beginn an alle 14 Tage, lernen uns kennen (manche kennen sich bereits), testen Zigarren, fachsimpeln über edle Tropfen, führen wichtige Männergespräche und fühlen uns gut dabei. Der Zusammenhalt wächst und unsere Ideen mit. Wir wollen mehr, und das offiziell. 2013 gründen wir den Cigar Club Balingen e. V. und tragen voller Stolz die Vereinsregisternummer 742.

s

Unser Verein ist eine angesehene Institution.

Wenige Zeit später jagt uns der gemeinsame Geschäftssinn in den Handel. Wir gründen einen Onlineshop und feiern die ersten Erfolge als Spirituosen- und Zigarrenlieferant. Tatenlos zu sein liegt uns nicht. Geht es uns gut, soll es auch anderen besser gehen. Wir unterstützen den Verein Tafel e. V. mit Spenden und bewegen etwas, weil es uns bewegt. Nicht nur dadurch ist unser Verein mittlerweile zu einer angesehenen Institution in Balingen herangewachsen. Wir sind mächtig stolz darauf, genießen neben den genannten Aktivitäten die Zigarrenkultur, unsere gediegenes, stilvolles Clubleben, sinn- und humorvolle Männergespräche und gemeinsame Auszeiten. Welche Geistesblitze uns in Zukunft treffen werden, wissen wir nicht. Aber wir treffen uns regelmäßig. Das ist sicher.

 

Copyright Bildmaterial: Cigar Club Balingen e. V.:  Text: Alexander Bartsch/Petra Nann

0 Comments

  1. MaxHo

    20th Aug 2016 - 16:08

    Eigentlich stimmt es ja doch fast, was man uns Männern nachsagt: Wenn ir Männer uns unterhalten dreht es sich um Fussball, Autos oder Frauen. Aber ich denke mit diesem Vorurteil können wir ganz gut leben

    • imlaendle

      28th Aug 2016 - 16:22

      ist ja auch nichts Schlimmes dabei – im Gegenteil, oder?!? 🙂

Kommentar verfassen

Bleib in Verbindung

via E-Mail

Werde via E-Mail über neue Storys informiert.

Blick hinter die Kulissen

Snapchat

Follow imlaendle on Snapchat!

Kategorien

×
%d Bloggern gefällt das: