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Dominikanischen Republik: Urlaubsparadies, Armutshölle und helfende Engel

Dominikanischen Republik: Urlaubsparadies, Armutshölle und helfende Engel

Alba ist ein Kind aus dem Süden. Sie wurde in der Dominikanischen Republik geboren und wuchs als jüngstes von vier Kindern auf. Was bei uns als Leben im Urlaubsparadies gilt, bedeutet für viele Einheimische einen lebenslangen Kampf gegen die Armut und für ein besseres Leben. Ihr Zuhause ist meist eine Lehmhütte, die jedes Jahr neu gebaut werden muss. Wer die Karibik kennt, weiß von den Unwettern und Hurrikans, von denen die Region immer wieder heimgesucht wird.

Fast immer vernichten Unwetter alle Lehmhütten im Dorf.

Alba hatte Glück, sie lebte mit ihrer Familie in der „besseren Gegend“. Sie wohnten in einem Haus aus Beton – einen Steinwurf entfernt von der Armut. Ihren Ehemann lernte Alba während ihres Studiums kennen, er machte Urlaub in der DomRep. Sie verliebten sich und lebten drei Jahre eine Fernbeziehung. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge wagte Alba dann der Liebe wegen den Schritt in die Ferne nach Bayern zu ihrem Mann. Die Ankunft fühlte sich an wie ein Schlag gegen eine Wand. Nicht nur das Klima war kalt, auch die Menschen wirkten kühl und unnahbar. Erst als sich Alba auf Deutsch verständigen konnte, lernte sie unsere Kultur und die manchmal versteckte Herzlichkeit kennen und verstehen. Während sie sich in unserer Heimat einlebte, brausten in ihrer die Hurrikans in ihrer ganzen Gewalt über den Inselstaat.

2006 erlebten Albas hoffnungsvolle Landsleute einen schweren Schlag.

Ihre Häuser, die sie nach Unwettern im Jahr 2005 mühsam wiederaufgebaut hatten, machte ein Hurrikan dem Erdboden gleich. Menschen verloren ihr Zuhause, Kinder ihre Eltern. So selbstverständlich wie bei uns die Kinder in der Kita spielen, leben sie dort auf der Straße. Wenn die ganz Kleinen, Zwei- bis Dreijährige, Glück haben, werden sie von ihren größeren Geschwistern durchs Überleben gezogen. Andere sind allein – wie lange sie durchhalten, weiß keiner.

Das sind die Schattenseiten des Paradieses, die wir beim Cocktailschlürfen an der Strandbar nicht zu Gesicht bekommen.

Alba blieb von der Realität nicht verschont – zum Glück. Ihre Mama erzählte ihr von den dramatischen Zuständen und Alba beschloss, von Deutschland aus zu helfen. Sie sammelte haltbare Lebensmittel und Kleidung und schickte ihrer Familie in der Dominikanischen Republik ein Päckchen. Ihre Schwester machte sich auf den Weg, suchte die Straßenkinder in San Cristoba und verteilte, was Alba geschickt hatte. Zur gleichen Zeit begann ein Pastor mit seiner Gemeinde die Hilfsarbeit in Albas Heimatdorf. Ein leerstehendes Büro wurde mit Stühlen und Tischen ausgestattet und zur Schule umfunktioniert. Ehrenamtliche Lehrer unterrichten seither die älteren Kids, und auch um die Kleinsten wird sich fürsorglich gekümmert.

Seit dem ersten „Alba-Päckchen“ sind sechs Jahre vergangen. Ihr kleines privates Hilfsprojekt hat sie auf den Namen „Regala Una Sonrisa“ getauft.

Regala Una Sonrisa heißt „Schenke ein Lächeln“.

Alba sammelt seither Sach- und Geldspenden, die zu hundert Prozent und ohne Umwege an die Kinder und Familien im Dorf gehen. Alles, was sie organisiert, verschickt und erarbeitet, finanziert Alba ehrenamtlich aus eigener Tasche – Verwaltungskosten gibt es nicht. In ihrem Job als Fitnesstrainerin veranstaltet sie immer wieder Benefizevents und arbeitet Hand in Hand mit den Helfern vor Ort. Die wiederum senden Fotos von Kindern, die mit strahlenden Augen die Dinge in ihren kleinen Händen halten, die mit den Spenden von Regala Una Sonrisa finanziert werden konnten. Alba selbst sagt mit Tränen in den Augen: „Mein Herz lächelt, wenn ich zu Besuch in San Cristoba bin und erlebe, wie ich mit meinem kleinen Beitrag die Welt der Familien und Kinder ein großes Stück besser machen kann.“

Wie vielen Kindern Alba in den letzten Jahren ein Lächeln oder sogar ein Leben geschenkt hat, wissen wir nicht. Ich vermute, es sind unzählige, und werden täglich mehr.

 

Nachtrag in eigener Sache:

 

Ich habe Alba Rocio Honold im Studio Move and Shine in Balingen kennengelernt. Ihre lebensfrohe Art ist ansteckend, ihre Hilfsbereitschaft beispiellos. Alba hat nun kleine Stoffengel herstellen lassen, die sie für eine Spende von 9 Euro als Dankeschön verschenkt. Der Erlös geht zu 100 % an die Familien und Kinder in San Cristoba. Die Engel sollen die stolzen Besitzer daran erinnern, dass sie für ein Kind in weiter Ferne ein Engel sind, der ein Leben mit einer kleinen Geste um einiges besser macht.

 

Ich finde die Idee großartig und suche daher Einzelhändler #imländle, denen es wie mir geht. Leute, die in ihrem Laden einen kleinen Platz für eine Handvoll Engel und ein Kässle haben – und ganz nebenbei die Welt mit ihren Möglichkeiten ein bisschen besser machen. Bei Interesse einfach eine Mail an mich schicken: petra@imlaendle.de. Wir bringen euch die Engel und die Infoblätter gerne vorbei. Wer selbst und sofort stolzer Engelbesitzer werden möchte, kann bei Madina aus Balingen einen ergattern. Ihr erreicht sie unter madina79.mdss@gmail.com.

 

 

 

 

Dieser Beitrag wurde vom Studio Move and Shine finanziell unterstützt. #imländle-Förderer tragen zum Erhalt des Blogs bei und haben keinen Einfluss auf den Inhalt. Madina ist Groupfitness-Trainerin im Studio und eine Freundin von Alba. Die Trainerin unterstützt selbst mit monatlichen Spenden die ehrenamtliche Arbeit von Regala Una Sonrisa.

 

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