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Adventsgedicht


Tanz mit deinen Träumen

 

Kann sich jemand von euch an die ZDF-Weihnachtsserie von 1987 erinnern? Sie handelt von einer Ballerina, die es mit viel Fleiß und Herzblut auf die große Bühne schafft: Mit „Anna“ verfilmte das ZDF einen Traum, den viele Mädchen träumten. Als ich vor wenigen Wochen mit der Balingerin Katrin über ihre Tanzkarriere sprach, ging mir die Tanzserie von damals nicht aus dem Kopf. Aber macht euch selbst ein Bild – vom Träumen, Tanzen, Dreckfressen, Schwitzen und Glitzern: Taucht in das Leben einer Tänzerin ein, die mittlerweile bei Groupfitness und mit Move and Shine  #imländle zu Hause ist.

Katrin wurde 1977 in Bretten im Kraichgau geboren. Gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester genoss sie eine unbeschwerte Kindheit, so eine, wie wir sie allen Kindern von Herzen wünschen. Die Liebe zur Bewegung lebte Mutter Monika ihr von klein auf vor. Verzeiht, sie turnte sie vor. Die Sportlehrerin arbeitete Ende der 70er bei BASF. Damals war es total visionär, Betriebssport am Arbeitsplatz einzuführen. Jetzt ratet mal, wer bei dem Konzern mit fünf anderen Frauen dafür sorgte, dass die vornehmlich sitzenden Mitarbeiter während der Arbeitszeit Gymnastik am Arbeitsplatz praktizieren durften. Richtig: Monika.

Anfang der 80er schwappte die Aerobic-Welle ins Kraichgau über. Wer sich auskannte, kannte Jane Fonda oder auch Sydne Rome.

Katrins Mama gab mittlerweile Aerobic-Kurse an der VHS, übte im Wohnzimmer und schnitt die Kassetten für die nächsten Stunden. Klein Katrin übte fleißig mit. Monika erkannte rasch, wie sehr die Fünfjährige die Bewegung liebte, und meldete ihre Tochter zu einer spielerischen Tanzstunde an. Katrin hatte riesig Spaß. Sie wuchs zur Jugendlichen heran und in die Ballettschuhe hinein. Jede freie Minute verbrachte sie mit dem Tanzen. Ihr Traum war klar: Ich will Ballerina werden. Mit 13 Jahren kam nach einer Blinddarmentzündung und anschließender OP die Erkenntnis: Ballerina werde ich nicht. Zu groß, zu schlaksig, und die typischen „Ballettbeine“ mit ausgeprägtem Spann hatte Katrin auch nicht.

Nach sechs Wochen Zwangspause packte Katrin den Wiedereinstieg nicht mehr und hängte ihre Ballettschuhe an den Nagel.

Dass nach der Leidenschaft für klassisches Ballett die nächste Tanzkarriere folgen sollte, wusste sie damals nicht. Als sie mit zarten Fünfzehn bei einem renommierten IDSF-Lateinturnier, dem Goldstadtpokal, auf der Zuschauerbank saß, blätterte sie durchs Programmheft und blieb bei der Anzeige eines Tanzclubs hängen: „Wir suchen Nachwuchs!“ Wenige Tage später schlug das Mädel  begeistert mit ihrem Ballettoutfit und den Tanzschulgrundschritten in dem Club auf, bereit zum Vortanzen. Die Trainerin war es weniger.  Eine 15-Jährige Neueinsteigerin und ohne Partner. Sie wollte das große, schlaksige Ding heimschicken. Katrin ließ nicht locker. Ob die Tanzlehrerin genervt oder von Katrins Ehrgeiz begeistert war, werden wir nie erfahren. Aber das spielt keine Rolle, denn die kritische Dame lenkte ein: Katrin durfte in der folgenden Woche zum Gruppentraining kommen. Sie nutze die Chance und gab sie ihr Bestes – und siehe da, die Herrschaften erkannten ihr Potenzial.

An jenem Abend begann Katrins zweite Tanzkarriere und sie lebte wieder ihren Traum vom Tanzen.

Christian, ein Tänzer aus der besten Klasse der Latein- und Standardtänze, erbarmte sich und fing mit ihr bei null an. Die beiden trainierten, was das Zeug hielt, und das täglich zwei bis drei Stunden. Viele belächelten sie, wenige glaubten an einen Durchbruch, mancher hoffte gar auf einen Abbruch. Ein knappes Jahr später, 1993, wurde das Tanzpaar Landesmeister der B-Junioren. Christian und Katrin tanzten sich knapp zwei Jahre durch die Turniere und zu ihren Erfolgen.

Zum Abhängen, für Partys oder sonstige Jugendspäße hatte die Siebzehnjährige keine Zeit.

Morgens büffelte sie in der Schule, nachmittags tanzte sie und am Abend warteten die Hausaufgaben. Nichts davon fühlte sich nach Pflicht, alles nach Leidenschaft und Herzenssache an. Auf Christian folgte Christoph. Ein neuer Tanzpartner, mit dem Katrin knapp sechs Jahre auf etlichen Turnieren erfolgreich das Tanzbein schwang.

Irgendwann kam der Moment, in dem das Erwachsenwerden leise an die Tür klopfte.

„Dann musst du dich entscheiden, welchen Weg du in deiner Zukunft gehen möchtest“, sagt die heute 40-Jährige. Katrin wog ab und entschied sich für ein Studium zur Grafikdesignerin. Kreativität und Bewegung können auch auf dem Papier ausgelebt werden. Und ja, es machte ihr Spaß, und ja, sie zog ihr Studium mit der gleichen Leidenschaft durch, mit der sie tanzte. Mutter Monika brachte die Studentin auf die Idee, neben der Schreibtischarbeit einen Trainerschein zu machen und die Welt der Fitnessstudios kennenzulernen. Auch wenn die Tänzerin noch nie ein Studio betreten hatte, gefiel ihr der Gedanke. Katrin packte der Ehrgeiz und das Lernfieber. Sie absolvierte erst die B-Lizenz und kurze Zeit später die A-Lizenz. Nach dem Studium zog es sie hinaus aus der Heimat, rein ins pulsierende Großstadtleben: nach Berlin und in die Selbstständigkeit.

Sie wollte als Grafikdesignerin Fuß fassen und fing mit Klinkenputzen und Dreckfressen an.

Das Geld war knapp, die Pitches in der kreativen Szene waren mühselig und die Mietpreise horrend. „Ich hab um die Jobs kämpfen müssen“, erinnert sich Katrin. „Egal ob in der Grafik oder als Fitnessdozentin: Wenn du dir nicht sicher bist, ob du im nächsten Monat deine Miete zahlen kannst, nimmst du jede Vertretungsstunde im Studio und jeden noch so kleinen Grafikjob an. Aber wo ein Wille ist, ist ein Weg. Mit Geduld, Durchhaltevermögen und Einsatz wurde es zusehends leichter und erfolgreicher. Die Stunden als Trainerin liefen gut und das Grafikbüro etablierte sich mit einer soliden Auslastung und einem festen Kundenstamm.

Katrin wurde in Berlin erfolgreich. Wäre da nicht die große Liebe gewesen, wäre sie vielleicht heute noch in der Großstadt.

Dank ihrem Ehemann lebt Katrin seit 2008 in Balingen. Nach der Babypause zog es die Fitnesstrainerin zurück ins Studio. Die Trainingsstunden machten ihr von Anfang an Spaß, und das viel mehr als in Berlin. „Die Leute hier sind locker und authentisch, das liebe ich“, sagt Katrin. Wahrscheinlich ist es genau diese Liebe, gepaart mit einem unermüdlichen Ehrgeiz und vielen kreativen Ideen, die 2015 ihren neuen Traum zum Leben erweckten: ein eigenes Studio. Und zwar so eines, wie es das Ländle bisher nicht kannte.

Der Traum vom Boutiquestudio wird wahr.

Irgendwann im Herbst 2015 kündigte sie ihren Job als Fitnesstrainerin und startete mit der Planung ihres eigenen Boutiquestudios durch. Ein Konzept, das bisher nur in Großstädten, hauptsächlich in den USA, aber nicht bei uns zu finden war. Sie kratzte ihr Erspartes zusammen, ergatterte günstig ein Gebäude und baute es binnen vier Monaten zu einem einzigartigen Studio um. Viele belächelten Katrin, einige glaubten an ihren Erfolg, mancher hoffte auf einen Abbruch. Katrin ist jedoch eine unerschütterliche Optimistin, die an ihre Träume glaubt und ihren Weg behaarlich geht. Im Juni 2016 eröffnete das „Move and Shine“ in Balingen. Unter dem Motto „Wir schwitzen nicht, wir glitzern“ werden die Gäste Teil einer Community, die die Bewegung und Groupfitness liebt. Das Move and Shine ist ein Juwel in Balingen, das sie mit ihrer Leidenschaft, ihrem Team und den zahlreichen Gästen zum Strahlen bringt. Katrin ist eine Frau, die sich nicht blenden lässt, aber immer der Sonne entgegen und nach vorn blickt.

Ach, übrigens: Wer Katrin beim Zumba erlebt, kann die Funken sprühen sehen, die sie damals über die Tanzfläche und zu den Turniererfolgen getragen haben. Ein echtes Erlebnis, das kann ich euch sagen.

Wir dürfen gespannt sein, welche Träume Katrin noch über den Weg tanzen. Wir können uns sicher sein: Katrin tanzt mit ihnen mit.

 

 

 

 

 

 

Hinter jedem #imländle-Beitrag stecken viel Planung, Zeit und Leidenschaft.
Darum ist gewerbliches Storytelling kostenpflichtig und dieser Beitrag bezahlt.
Die Themen werden mit Bedacht und verantwortungsvoll gewählt. Egal ob bezahlt oder nicht, der #imländle-Lesestoff ist immer authentisch und mit viel Herzblut geschrieben und gedreht.
An dieser Stelle herzlichen Dank an das Team von Move and Shine. Die sportliche Zusammenarbeit bringt uns #imländle zum Glitzern und macht riesig Spaß.  Schön, dass wir gemeinsam Geschichte schreiben.

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