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Was ist Capoeira?


Sauwetter oder Kampf der Giganten

Sauwetter oder Kampf der Giganten

Was für ein Wetter! Warum genau haben wir die Terrasse vor ein paar Tagen startklar gemacht? Vage erinnern wir uns an die 20-Grad-Marke. Im Herzen bereit für den Sonnenschein und die nächste Flipflop-Saison erwischt es uns eiskalt. Mit Schnee, Hagel und Sturm auf der Alb. Die Gescheiten unter uns lächeln und schwätzen was von April, April – der macht, was er will. Egal was die Jahreszeit will, wir wollen nicht mehr!

Wenn, dann wollen wir mehr Sonne. Was für ein Sauwetter!

„Was für ein Sauwetter“, sage auch ich, als ich mit dem 5-jährigen Elia vor einem heftigen Gewitterhagel in mein Auto flüchte. Der Junge hüpft auf den Kindersitz, schnallt sich an und ich fahre los. „Was für ein Sauwetter!“, murmle ich wieder und bremse mit quietschenden Reifen vor der nächsten roten Ampel. Der Scheibenwischer läuft auf Hochtouren, ich habe kalte Füße und Elia hitzige Gedanken.

„Wie aufregend das ist“, sagt der Knirps.

„Was meinst?“, frage ich.

„Na, der Kampf.“ Elia trommelt mit seinen kleinen Fingern gegen die Fensterscheibe und ich habe keine Ahnung, wovon er spricht.

„Was für ein Kampf?“ Die Ampel schaltet auf Grün und ich biege Richtung Endingen ab.

Auf einen Kampf habe ich jetzt echt keine Lust.

„Es ist der Kampf der Giganten, wir stecken mitten im Finale“, ereifert sich der Junge.

„Wir stecken höchstens im Feierabendverkehr und erleben das Finale eines anstrengenden Arbeitstages.“ Ich glaube, der Bub versteht meine Ansicht nicht. Ist mir egal. Ich will heim ins Warme, und zwar pronto. Ihm ist es übrigens auch schnurz, was ich sage. Ehrfürchtig und voller Überzeugung erzählt er seine Geschichte, die zu meiner neuen Wahrheit wird:

„Der Winter ist am Ende, der ist traurig. Ihm gefällt es so gut bei uns. Er mag dableiben. Aber der Frühling will jetzt endlich heimkommen. Er sagt laut Hallo und macht es sich bequem. Der Winter ist stinksauer, er will einfach nicht gehen. Die beiden streiten. Der kalte, mürrische Winter brüllt und wettert so laut, dass wir es alle sehen und hören können. Der Frühling schreit zurück. Uns wird es ganz heiß dabei. Und so geht das die ganze Zeit hin und her.“

Wir sind mittlerweile bei Elias Zuhause angekommen. Ich parke auf dem Hof und erwische ein Lächeln auf meinen Lippen. „Du meinst, es ist ein Kampf der Giganten?“ Der Junge strahlt. Endlich versteht die alte Frau, wovon er spricht.

„Genau!“ ruft Elia.

„Wer gewinnt?“, will ich wissen.

„ Na ja, der Frühling, jetzt ist ja seine Zeit“, sagt der gescheite kleine Mensch und schnallt sich ab.

„Und der Winter?“

„Der versteht irgendwann, dass er gehen muss, und beim Tschüssagen versöhnen sich die zwei.“ Elia springt aus meinem Auto, winkt und läuft in die Arme seiner Mama.

Loslassen ist eine Kunst.

Auf der Heimfahrt habe ich es nicht mehr so eilig. Im Moment scheinen die Sonnenstrahlen durch die dicken, grauen Wolken. Der Frühling steigt in den Ring, geht es mir durch den Kopf. Am späten Abend sitze ich in der wohligen Wärme meines Wohnzimmers. Draußen schneit es dicke Flocken. Der arme, starke Winter. Seine Tage sind gezählt. Mit letzter Kraft versucht er bei uns zu bleiben. Loslassen scheint eine Kunst zu sein. Schön, dass er irgendwann in Frieden geht und der Frühling endgültig ins Ländle einkehrt.

 

 

 

Dieser Beitrag wurde von PKF WULF EGERMANN oHG
Zollernalb Treuhand finanziell unterstützt. #imländle-Förderer tragen zum Erhalt des Blogs bei und haben keinen Einfluss auf den Inhalt.
Steuerberater Ralph Setzer fährt übrigens gerne Mountainbike. Er freut sich, wenn es am Abend wieder länger hell ist,der Frühling im Ländle einkehrt und er seine nächste Radtour starten kann.

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