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Madame wird mopsig

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Kolumne Brezel trifft Baguette & Mops  I Silke Porath I Balingen

Die Welt ist in Bewegung. Wir #imländle sind es auch. Darum ändert sich manchmal das Bild. In diesem Fall das von unserem Frenchfriday. Zu verdanken haben wir den Wandel unserer geliebten Kolumnistin Silke Porath und dem Weltbild Verlag.

Silke begeistert uns immer wieder mit Anekdoten aus ihrer deutsch-französischen Ehe. Da Madam Schriftstellerin ist, schreibt sie an einem neuen Buch. Einen weiteren Teil der beliebten Mops Serie. Und weil der Weltbild Verlag ziemlich offen, cool und flexibel ist, dürfen wir #imländle daran teilhaben. Aber keine Sorge, unser Monsieur verabschiedet sich nicht. Er ist Gentleman und macht lediglich ein bisschen Platz für Madam und Ihren Mops. Freut euch auf exklusive Auszüge aus einem bisher unveröffentlichten Manuskript. Heute verrät die Schriftstellerin wie es dazu gekommen ist. Bühne frei für Silke.

Ich habe einen neuen. Im Vergleich zu Monsieur ist er ziemlich behaart, schnarcht wie eine wilde Wutz und frisst Pommes samt der Pappschale. Er hat aber auch Vorteile: wenn ich keine Lust auf ihn habe, mache ich den PC einfach aus. Mein Neuer ist ein Hund. Ein Mops. Der vierte, den ich mir ausdenken darf.

Wie ich auf DEN Hund gekommen bin, der mittlerweile schon drei (und nun eben das vierte Buch) füllt? Das habe ich meinem ehemaligen Agenten zu verdanken. Der hat mich eines Tages um die Mittagszeit angerufen. Ich war gerade dabei, meiner echten Familie was anzubraten und habe gegen das Zischen aus der Pfanne und das Röhren der Dunstabzugshaube angeschrien. Ungefähr sowas wie „Ich will wieder ein Mensch sein!“ und „Ich bin eine miese Hausfrau!“ Die Antwort war: „Dann schreib Dir doch Dein Leben schön.“

Drölfzighundert Telefonate später hatten wir auch ein Thema. Sowas, was halt gerade so angesagt war auf dem Buchmarkt. Viel Herz, viel Schmalz. Viel Seufz. Nicht meins. Bei der Ausführung der Geschichte hat mich dann aber mein Hund Rudi unterbrochen. Ein reinrassiger iatlienischer Straßenköter, der just vor meinem Durchbruch als Bestsellerautorin einen epileptischen Anfall bekam. Und ich fast einen Herzinfarkt, als meine Fellnase sich auf den Fliesen gekrümmt hat. Mein Agent fand das gut. Besser jedenfalls, als Frau Porath in die Schiene von Schmonzettenköniginnen zu packen. Also war sein Befehl: „Schreib was über einen epileptischen Mops.“

Und genau das war der Geburtstag von Earl of Cockwood, dem Held meiner Trilogie und ein bisschen auch dem Held meines Lebens. Ohne ihn hätte ich Tanja und die Jungs aus der Stuttgarter WG nie kennengelernt. Earls Dosenöffner sind mittlerweile zu meinen besten Freunden geworden, irgendwie. Ich liebe diese Truppe. Ich liebe deren Wohnung (die im Original übrigens die ist, in der ich selbst mal eine WG hatte, allerdings waren die Tiere dort ziemlich tot, weil von der Biologiestudentin eingefroren). Und ich liebe all die LeserInnen, die ich seit dem Erscheinen von Band 1 kennenlernen durfte. Samt deren Hunden, ob nun mit Plattnase oder ganz normal.

Nach dem dritten Band hab ich geheult. Rotz, Wasser und ganz viel Herzschmerz. Weil der bisherige Verlag meinte, eine Trilogie sei doch fein und ich solle mal über ein anderes Tier schreiben. Das habe ich auch gemacht, über ein Lama. Klar, den Dalai und seine Herde um Rama, Lama, Ding und Dong mag ich auch. Aber was geht schon über einen Mops? Eben.

Als WELTBILD mich gefragt hat, ob ich mir unter Umständen ganz vielleicht irgendwann eventuell vorstellen könnte, einen weiteren Band zu schreiben, habe ich geschrien. Vor Freude. Bin sofort wieder in ‚meine‘ WG eingezogen, in der mittlerweile auch ein Baby wohnt. Habe die ersten Nachmittage mit meinen Jungs im Schrebergarten verbracht. Und schon wieder neue Figuren kennengelernt, die ich im echten Leben knutschen könnte.

Ganz ehrlich – ich habe den besten Job der Welt. Vielleicht auch, weil mein Mops nie wirklich Gassi muss. Im echten Leben haben wir, Monsieur und ich, ja mittlerweile zwei Hunde. Die mein Mann leeren geht. Ich halte es da mehr mit der Schildkröte. Die ist so pflegeleicht wie ein erfundener Mops. Nur nicht ganz so flauschig.

Übrigens… im Buch verliebt der Mops sich. Ich hoffe, den Lesern geht es ähnlich. Und jetzt… TSCHÜSS! Ich bin dann mal weg. Bisschen schreiben. Und mich freuen, dass ich das darf.

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