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Der Taugenichts

Der Taugenichts

Heidrun Böhm, 62 Jahre I Albstadt
Heidrun Böhm ist in Albstadt aufgewachsen und lebt heute noch dort. Ihre Kindheit war anders, als wir sie aus der heutigen Zeit kennen. Das Leben ihrer Mutter war kein einfaches. Erst als Heidrun erwachsen ist, soll sie erfahren, welch schwere Zeiten ihre Mutter mit Heidruns Vater durchlebt hat. Heidrun lässt die Geschichte nicht mehr los. Sie schreibt ein Buch über ihren Vater: „Der Taugenichts“.

Wer sich in Ebingen auskennt, weiß wahrscheinlich , wo die Eberhardstraße war. In der wohnten wir. Gegenüber von der Martinskirche, in einem  alten Haus. Mittlerweile ist es abgerissen. Heut steht dort eine Seniorenunterkunft und die Eberhardstraße heißt wieder Rossgasse. So wie in alten Zeiten.

Damals waren wir eine „ ganz normale“ Familie. Mutter, Opa, ich und mein Bruder. Es war alltäglich für mich, dass Mama und Opa arbeiten gingen, und ich tagsüber erst bei einer Bekannten untergebracht war und dann in den Kindergarten gehen musste, in dem es mir nicht gefiel. Wegen der Nonnen und ihren strengen Erziehungsmethoden.

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Meine Mutter war katholisch und geschieden, infolgedessen alleinerziehend. Geschieden von einem Mann, der während ihrer Ehe einige Male wegen Diebstahls im Gefängnis saß, und der sie vergewaltigt hatte.  Geschieden von einem Mann, der nach der Vergewaltigung nicht mehr aufzufinden war, und von dem meine Mutter danach ein behindertes Kind bekam. Man ließ sich zu dieser Zeit nicht so einfach scheiden. Man hatte vor dem Altar versprochen: „…bis das der Tod uns scheidet.“

Erst als wir älter waren, erfuhren wir von ihrem Schicksal

Meine Mutter erzählte uns, als wir älter waren, die ganze Geschichte ihrer Ehe. Ihre Freunde  Bekannten und Kollegen wussten nicht viel davon, wie es ihr ergangen war. „Man“ redete nicht über solche Dinge. Vielleicht hinter vorgehaltener Hand. Aber man nahm sie hin, wie sie waren.

Mutter hat sich alleine mit ihren Kindern durchs Leben geschlagen, ihnen ein Haus gekauft und ihren Mann nur noch zweimal gesehen. Das erste Mal ging es um den Unterhalt für meine behinderte Schwester. Und das zweite Mal hatte sie es mir zu verdanken. Ich wollte meinen Vater trotz allem Kennenlernen.

Ich schrieb ein Buch darüber

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Auf die Idee, das Buch zu schreiben, kam ich durch einen Wettbewerb in der Gruppe: „Biografisches“, bei Bookrix. Das Thema war: „Mein Vater.“  Mein Beitrag bekam viele positive Kommentare. Einige der Autorenkollegen rieten mir, weiter zu schreiben. So entstand das Buch: „Der Taugenichts.“

Es wurde mir zum Anliegen, noch einmal in die Vergangenheit meiner Familie und in die Zeit, in der  alles geschehen war, zurückzublicken. Und damit in etwa ein Sittenbild dieser Zeit zu schaffen.  Den Federkiel Verlag habe ich im Internet gefunden. Zu meiner eigenen Überraschung wurde das Manuskript dort nach relativ kurzer Zeit angenommen. Mein Buch wurde veröffentlicht.

Eine Leseprobe gibt es hier.

 

Text: Heidrun Böhm I Buch: Der Taugenichts erschienen im Federkiel Verlag (2016) I Bildquelle: Pixabay

 

 

0 Comments

  1. Zwölf Alleinerziehende – #imländle

    28th Jan 2017 - 10:47

    […] Der Taugenichts. Ein Buch von Heidrun Böhm aus unserer Region. […]

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