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Vom Leben und Schreiben der Silke Porath

Vom Leben und Schreiben der Silke Porath

Silke Porath I Balingen

Mitten unter uns lebt und arbeitet Silke Porath: Eine renommierte Schriftstellerin. Silke veröffentlichte bereits 18 Bücher, leitet die Balinger Schreibwerkstatt, ist Vorstand der 42er Autoren und organisiert eine Selbsthilfegruppe. Sie erzählt von ihrem Werdegang und gibt uns einen Einblick in den Schriftstelleralltag.

Dem einen hab ich den Schädel eingeschlagen. Den anderen erschossen. Und neulich habe ich ein Skelett im Zollernschloss versteckt.

Ich darf das: ich bin Autorin.

Und ich darf #imländle erzählen, was ich den ganzen Tag lang so mache. Also, wenn ich gerade keine Leichen produziere.

Wer einmal infiziert ist mit dem Wörtervirus, wird ihn nicht mehr los.

Meine mörderische Leidenschaft hat in Balingen angefangen. Hier bin ich aufgewachsen, habe irgendwie das Abi hinbekommen und stand danach wie das Huhn vor dem Pudding: was nun? Von Mathe kein Plan, handwerklich eine Null und auf Uni hatte ich auch keine Lust. Das einzige, was mir wirklich, wirklich Spaß gemacht hat, waren Buchstaben und Worte. Branchenbuch geschnappt, beim Schwarzwälder Boten angerufen und von Michael Kaiser den ersten Auftrag als freie Mitarbeiterin bekommen.

Ein Desaster: Ich musste ganze drei Mal ausrücken, bis ich das Bild von der alten Mühle hinbekommen hatte. Beim ersten Mal war kein Film in der Kamera. Beim zweiten Mal hab ich es in der Dunkelkammer versaut. Dass ich trotzdem mein Volontariat machen durfte – ein Träumchen!

Nach vier intensiven Jahren allerdings war ausgeträumt. Stellenabbau. Und ich hab nach zwei Semestern Jurastudium beschlossen, es mal mit der PR zu versuchen. Ging gar nicht, ich kann keine Werbung für Dinge machen von denen ich weiß, dass sie nichts taugen. Dann kam meine Tochter zur Welt und zwischen Windeln und Wahnsinn die große Langeweile. Und meine ersten grottenschlechten Kurzgeschichten.

Aber… wer einmal infiziert ist mit dem Wörtervirus, der wird ihn nicht mehr los. Als eine Freundin, deren Freundin zufällig Verlegerin war, einen meiner Schreibversuche zur Veröffentlichung anbot war klar: Das will ich. Ich kann eben nicht stricken oder backen.

Ob mein Leben aufregend ist?

18 Bücher später ist meine Tochter 17 und hat noch zwei Brüder bekommen. Und ich lebe mit meinem französischen Mann, einem reinrassigen italienischen Straßenköter und einem rumänischen Findelhund samt griechischer Landschildkröte wieder in meinem schwäbischen Heimatstädtle.

Ob ich vom Schreiben leben kann, werde ich oft gefragt. Nein. Das ist eine ganz einfache Rechnung: der Autor erhält pro verkauftem Buch 8 bis 10 Prozent. Deswegen geben meine Kollegen und ich honorierte Lesungen, bringen anderen das Schreibhandwerk bei oder haben ganz normale Jobs. Trotzdem will (und kann) ich nichts anderes machen.

Ob mein Leben aufregend ist? Schreiben ist ein einsamer Job. Nur Du und der leere Bildschirm. Tag für Tag. Erst wenn das Kopfkino losgeht, entsteht ein Roman. Ob der jemals in den Verkaufsregalen landet, hängt von vielem ab. Von meiner Literaturagentur. Vom Cheflektor. Vom Verleger. Von den Verlagsvertretern. Meine Schublade ist voll mit Ideen, die nie gedruckt werden.

Wenn ich bei Lesungen einen Lachkoller bekomme.

Petra vom #imländle hat mich nach Anekdoten gefragt. Die meisten Klopse fabriziere ich selbst. Wenn ich einem Ork im Fantasyroman einen Drachenschwanz anhänge. Oder jemanden erwürge, der fünf Seiten später bei der Obduktion eine Schusswunde hat. Oder bei Lesungen selbst einen Lachkoller bekomme.

Süß sind aber auch immer wieder die Fragen von Lesern. Die Hitliste: „Haben Sie das alles selbst erlebt?“ – „Ja klar, besonders spannend war der Aufenthalt im Jahr 1870 für meinen historischen Roman.“

„Schreiben Sie das alles selbst?“ – „Natürlich nicht, ich habe einen Sekretär, der mich mit Cocktails versorgt, während ich ihm beim Arbeiten zusehe.“

Ich verrate Euch, wer der Mörder ist.

Bei den Krimilesungen um den knuffigen Pater Pius beliebt: „Davon gibt es jetzt drei Teile. Ich kaufe dann nur den letzten, ich will ja nur wissen, wer der Mörder war.“

Den Lesern vom #imländle verrate ich das jetzt: Der Mörder war der Täter. Immer. Der darf das. Der ist ja schließlich nur in meinem Kopf.

Lust auf mehr?

Bestellen könnt Ihr ihre Bücher direkt bei den Verlagen: Gmeiner, Schwarzkopf & Schwarzkopf , dotbooks, Weltbild und audible.

Infos zur Autorin findet Ihr unter www.silke-porath.de

#imländle bleibt der sympathischen Schwäbin auf den Fersen. Es erwarten Euch Buch-Rezessionen, spannende Hintergrundberichte und Infos zu ihren neuesten Projekten.

 

 

1 Comment

  1. Brezel trifft Baguette – Interview mit der Kolumnistin – #imländle

    8th Apr 2016 - 9:41

    […] Deinen Werdegang als Schriftstellerin durften wir bereits mehr erfahren. Jetzt geht’s ans Eingemachte: Du schreibst eine Kolumne […]

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